Zivildienst in der Diakonie

„Ein Ziel vor Augen“

Daniel leistet seit September seinen Zivildienst im Evangelischen Diakoniewerk in Gallneukirchen in der Behindertenarbeit. In der Wohnung, wo er mitarbeitet, wohnen sieben Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

12.01.2016
Daniel leistet seinen Zivildienst m Evangelischen Diakoniewerk in Gallneukirchen in der Behindertenarbeit.
Hoffnungsträger und Zivildiener Daniel

„Mir war ganz klar, dass das Bundesheer nichts für mich ist – sitzen in der Kaserne, man fadisiert sich nur. Ich wollte etwas Sinnvolles machen und Menschen mit Behinderungen betreuen. So hat man wenigstens ein Ziel vor Augen“, erzählt Daniel von seiner Arbeit in der Wohngemeinschaft. „Ich würde mich nochmal für den Zivildienst entscheiden. Nachdem ich aus der Technik-Branche komme und eine HTL gemacht habe, war der Sozialbereich neu für mich. Die Menschen in der WG sind auf Hilfe angewiesen, Tag und Nacht.“

Im Team fühlt sich Daniel wohl und hat sich gut eingelebt: „Die Kollegen sind nett. Es sind viele junge Leute dabei und das Arbeitsumfeld ist angenehm.“

Der Frühdienst beginnt um 6:00 Uhr

Daniel hat verschiedene Dienstzeiten. Beim Frühdienst beginnt sein Tag um 6:00 Uhr. Er richtet gemeinsam mit den Mitarbeitern das Frühstück für die BewohnerInnen her, hilft beim Aufstehen, bei der Morgenwäsche, beim Anziehen, Zähneputzen und beim Frühstücken. Am Vormittag haben die meisten BewohnerInnen Therapie. Der jüngste Bewohner geht in die Martin Boos Landesschule. Derweil hilft Daniel die Zimmer herzurichten und die Wäsche zu waschen. Zum Mittagessen sind wieder alle zu Hause. Vor dem Essen ist Dienstübergabe: Hier wird erzählt, was am Vormittag passiert ist und wie es den BewohnerInnen geht.

Besonders berührt hat Daniel der erste Arbeitstag. „Eine Bewohnerin hat sich extrem gefreut und gelacht, dass ein „Neuer“ in die WG gekommen ist. Es hat mich berührt, wie stark sie ihre Gefühle ausdrücken kann.“

Auch andere Menschen stehen im Vordergrund

Auf die Frage, was Daniel im Zivildienst gelernt hat, antwortet er so: „Ich habe etwas ganz wichtiges gelernt: Nämlich, dass man selber nicht immer der erste ist, sondern auch andere Menschen im Vordergrund stehen. Das bin ich von zu Hause aus nicht gewohnt, weil ich ein Einzelkind bin. Und ich habe auch gelernt, wie man mit Leuten behutsam umgeht.“

Nach dem Zivildienst möchte Daniel auf der TU in Graz doch etwas Technisches, nämlich Bauingenieurwesen studieren. Wir wünschen ihm noch eine spannende Zivildienstzeit und viel Erfolg beim Studium!

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Tipp: Erfahre mehr über die Erfahrungen unserer Zivildiener in unserer Blog-Serie „Hoffnungsträger in Zivil“