Sozialmedizinische Beratungsstelle für Flüchtlinge

Ein Rollstuhl für Mahmoud

Die Sozialmedizinische Beratungsstelle für Flüchtlinge mit chronischen Krankheiten und/oder Behinderungen in Wiener Grundversorgung hat im März 2017 ihre Arbeit aufgenommen.

15.07.2017
Ein junger Bub spielt mit Holzspielzeug (Foto: Nadja Meister)
Welche Therapien, Heilbehelfe und Schulplätze gibt es? Das Diakonie- Team berät Kinder mit Beeinträchtigungen und ihre Familien. (Foto: Nadja Meister)

Wer selbst von einer chronischen Erkrankung betroffen ist oder einen nahen Angehörigen pflegt, weiß um die damit verbundenen Belastungen. Wenn Geflüchtete mit gesundheitlichen Problemen nach Österreich kommen, stehen sie neben der prekären Lebens- und Wohnsituation und ihrem Asylverfahren vor weiteren Herausforderungen.

Sie müssen das österreichische Gesundheitssystem, seine bürokratischen Wege und das Zusammenspiel der Institutionen erst kennenlernen. Sprachliche und interkulturelle Unterschiede ergeben möglicherweise ein anderes Verständnis für Krankheit, Vorsorgemedizin, Ernährung, Medikamente und Therapien. Missverständnisse können entstehen und Therapieerfolge gefährden.

Pro Jahr will die MED-Beratung des Diakonie Flüchtlingsdienstes 360 Betroffene und deren Familien unterstützen. Familie A. ist eine davon. Sie ist mit ihrem mehrfachbehinderten Sohn, dem 11-jährigen Mahmoud, aus dem Irak geflüchtet. Die MEDBeratung bietet Familie A. eine dolmetschunterstützte, umfassende sozialmedizinische Beratung. Diese beinhaltet die Abklärung individueller Probleme, die Erklärung von Befunden, Therapien und geeigneten Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist, die KlientInnen bei ihrer Orientierung im österreichischen Gesundheitssystem zu unterstützen sowie ihre sozialen und gesundheitlichen Kompetenzen zu fördern.

Mahmoud braucht mehrere Heilbehelfe, die auf der Flucht nicht mitgenommen werden konnten. Das Hauptproblem, die Finanzierung eines speziellen Rollstuhls, gelingt durch die Unterstützung von privaten Spenden. Ohne diesen Rollstuhl wären wichtige Wege wie Arzttermine unmöglich. Weitere Hilfe bot das Team der MED-Beratung bei der Arztsuche sowie bei Anträgen für den Behindertenausweis und Pflegegeld. Auch bei Fragen zur Pflege zuhause und bei der Suche eines speziellen Schulplatzes unterstützte das Diakonie-Team tatkräftig. Dadurch sind die Eltern des Buben von Betreuungspflichten und Sorgen entlastet. Endlich können sie Deutschkurse besuchen, um hier Fuß zu fassen und Mahmoud hat die Chance auf passende Förderung.

Für Mahmoud und seine Eltern ist damit das wichtigste Ziel der Beratung erreicht: Die Familie hat gelernt, mit der Beeinträchtigung selbstständig zurechtzukommen.

So können Sie helfen!

Seit knapp 30 Jahren setzt sich der Diakonie Flüchtlingsdienst für Menschen mit Fluchthintergrund in Österreich ein. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist groß und bestärkt uns in unserem Tun. Die Diakonie packt an, damit Flüchtlinge nicht auf der Straße stehen und den Übergang in ein neues Leben schaffen. So können Sie helfen!