Von Gott und der Welt

Ein Retter der Welt

Tony de Brum war kein Vertreter einer bedeutenden, großen Nation. Dennoch veränderte er den Lauf der Welt.

26.08.2017
Nahaufnahme mit Blick auf den Ozean (Foto: Pixabay)
Durch den Anstieg des Meeresspeigels sind besonders Küstenregionen und Inseln bedroht. (Foto: Pixabay)

Tony de Brum verstarb am Montag dieser Woche. Die Welt verdankt, dem Politiker der Marschallinseln, einer kleinen Inselgruppe im Pazifik mit weniger als 100.000 Einwohnern, viel.

Im März 1954 saß der 9-jährige mit seinem Großvater in einem Fischerboot, als über dem Bikini-Atoll ein Atombombentest der USA stattfand. Eine Bombe tausendmal stärker als die, die Hiroshima vernichtete, erleuchtete den Himmel, zerstörte das Atoll und verseuchte den Lebensraum der Inselbewohner. „Alles wurde blutrot, “ erzählte er Jahre später, „der Ozean, die Fische, der Himmel und das Fischernetz meines Großvaters.“

Die Umsetzung des Klimaschutzabkommens und somit die Rettung der Schöpfung und der pazifischen Inselwelt, legt er in unser aller Händen.

Fortan kämpfte Tony de Brum für die Entschädigung der Opfer und gegen die atomare Bewaffnung. Doch immer mehr galt sein Kampf den Folgen des Klimawandels. Drohen die Marschallinseln doch durch das Ansteigen des Meeresspeigels im Pazifik unterzugehen. Viele der Inselbewohner wurden aufgrund des radioaktiven Fallouts umgesiedelt. Der Gedanke, dass dieselben Bürger der Inseln, nun noch einmal ihre Heimat verlieren könnten, sei „abscheulich“, so de Brum.

Das Zustandekommen des Klimaschutzabkommens von Paris war maßgeblich ihm zu verdanken. Die Umsetzung des Abkommens und somit die Rettung der Schöpfung und der pazifischen Inselwelt, legt er in unser aller Händen.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".