Peter Jaros Geschichte der Hoffnung

Ein neuer Tag: „Schau ma was draus wird“

Peter Jaros: Schön ist, wenn ich mich mit jemanden unterhalten kann.

11.11.2014
Peter Jaros ein Porträtbild
Peter Jaros erzählt seine Geschichte der Hoffnung (Bild: Christian Stemper)

Ich bin jetzt 75, und hoffe, dass ich es noch bis 80 schaffe. Früher war ich Fernfahrer. Ich bin immer bis Rotterdam gefahren. Jetzt wohne ich bei der Diakonie, in einer Hausgemeinschaft. Ich hab mein eigenes Zimmer. Da schau ich viel fern. Die Sozialarbeiterin hat mir DVDs gebracht.

Am meisten Freude macht mir, wenn mich meine Kinder besuchen kommen. Ich hab nicht mit allen dreien so viel Kontakt. Mein Sohn wohnt in Ybbs. Der kommt nicht so oft nach Wien. Am öftesten kommt die Jüngste, die ist Stationsschwester auf der Unfallchirurgie. Aber was soll`s. Sie sind alle erwachsen. Jeder hat sein Leben. Ich hab auch meins gehabt. Wichtig ist, dass ich weiß, dass es ihnen gut geht. Meine älteste Tochter ist so wie ich. Die jüngste ist ihrer Mutter ähnlich.

Wie neu

Ich brauch an sich keinen, der mir hilft. Wenn´s möglich ist, dann mach ich mir alles allein. Wenn ein neuer Tag anfangt, dann sag ich: „Schau ma halt amal was draus wird“. Ich mach mir alles selber. Da kann nicht viel passieren. Schön ist, wenn ich mich mit jemanden unterhalten kann. Die Sozialarbeiterin kommt alle vierzehn Tage, und mit der kann ich mich ausreden. Sie sieht gleich, ob ich gut oder schlecht drauf bin. Wenn die weg ist, komm ich mir vor, wie neu. Mit der kann ich mir alles von der Seele reden. Die hat Zeit, ein bis zwei Stunden. Sie bringt mir auch was ich brauch.

Alles kann ich nicht mehr selber

Meine Hoffnung ist, dass ich noch einmal eine eigene Wohnung krieg. Mir bleibt ja nix anderes über, als das Beste aus der jetzigen Situation zu machen. Jetzt krieg ich wenigstens in der Woche eine Stange Zigaretten. Die holt mir der Zivildiener. Weil selber kann ich das nimmer. Das Schöne an der Wohnung da ist, dass ich meine Ruh hab. Ich kann meine Tür zu machen, und dann werd ich in Ruhe gelassen. Und wenn ich was brauch, dann kommt wer zu mir.

Weil: Alles kann ich nicht mehr selber. Manchmal braucht man schon Hilfe. Wenn`s net weitergeht. Und dann ist die G´schicht erledigt. Man muss sich nur an die richtige Person wenden. Da sind bei uns ja genug da, die uns helfen. Aber dreinreden lass ich mir nicht…

Über die Kampagne: #Hoffnungsträger werden

Die Diakonie ist Hoffnungsträger für Peter. Peter ist Hoffnungsträger für uns.
Jeder und jede kann HoffnungsträgerIn sein. Unterstütze die Arbeit der Diakonie mit einer Spende oder deinem ehrenamtlichen Einsatz.
Weitere Infos zur Kampagne unter: http://hoffnungstraeger.diakonie.at