Von Gott und der Welt

Ein Herz für Flüchtlinge

Die Mitarbeiter der Diakonie waren viel beschäftigt in dieser Woche. Viele Österreicher und Österreicherinnen wollen dem Tauziehen um die Flüchtlingsunterbringung nicht länger zusehen.

03.10.2014
eine Flüchtlingsfamilie und ihre privaten Unterkunftsgeber gemeinsam im Gespräch
Bei Privatpersonen wohnen zu können ist für Menschen auf der Flucht eine große Hilfe (Foto: Florian Scheimpflug)

Sie wollen selbst helfen. Viele bieten private Quartiere an, in denen Familien, die den Kriegswirren in Syrien entkommen sind, Unterschlupf finden können.

Geld ist damit keines zu verdienen, denn die Mietunterstützung, die Flüchtlingsfamilien erhalten, beträgt nur 240,- €. Zu wenig für den normalen Wohnungsmarkt.

Trotzdem ist es gelungen, allein in Niederösterreich in den letzten Tagen für 60 Menschen auf der Flucht eine sichere Bleibe zu finden. Dass eine solche Form der Unterbringung sinnvoller ist als Massenquartiere, liegt auf der Hand. Menschen, die verunsichert und orientierungslos sind, finden hier direkt Anschluss.

Manches mal kochen wir gemeinsam. Ich habe schon einiges über die syrische Küche gelernt. Ja, wir lernen viele voneinander

erzählt eine Gastgeberin, die die kleine Wohnung, die eigentliche für die Tochter gebaut wurde, die aber längst in der Stadt wohnt, einer syrischen Flüchtlingsfamilie zur Verfügung stellt.

In Niedersterreich funktioniert dieses Modell, dass Menschen direkt aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen in Privatwohnungen übersiedeln können. Das ist noch nicht in allen Bundesländern so. Auch da kann noch viel voneinander gelernt werden. Denn Menschen mit Herz gibt es in ganz Österreich.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.