Von Gott und der Welt

Ehe für alle

Über die „Ehe für alle“ wurde im österreichischen und im deutschen Parlament eine heftige Debatte zur Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren geführt.

01.07.2017
Zwei Eheringe, die auf einem Polster liegen (Foto: Pixabay)
Foto: Pixaybay

Die Positionierungen sind längst nicht so klar, wie sie einst schienen. So war der ehemalige Premier von Großbritannien, David Cameron, einer der ersten Konservativen, die sich für die „Ehe für alle“ aussprachen, weil er dadurch das Prinzip der Ehe gestärkt sah.

Auch die Kirchen sind uneins. Katholisch bleibt die Ehe Mann und Frau mit dem Ziel der Kindererziehung vorbehalten, evangelisch wird Beständigkeit ins Zentrum gestellt. Für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland bietet die Ehe dafür beste Voraussetzungen: „Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt werden, begrüßt die EKD.“ Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau werde dadurch keineswegs geschmälert, sondern unterstrichen.

Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt werden, begrüßt die EKD.

Das Links-Rechts-Schema passt nicht mehr. So wurde im deutschen Parlament der Clubzwang in dieser Frage aufgehoben, die Abgeordneten sollten nur nach ihrem Gewissen abstimmen. In Österreich war das nicht der Fall – und so schritt wohl mancher mit Gewissensbissen zur Abstimmung.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".