Augensteuerungscomputer ermöglich Arbeitsalltag

Durchs Arbeitsleben „blinzeln"

Während andere kräftig in die Tasten „hauen“, „blinzelt“ sich Lukas durch sein Arbeitsleben. Dass er heute eine 20-Wochenstunden-Anstellung als NÖ Landesbediensteter hat, verdankt Lukas vielen unterstützenden Menschen an seiner Seite und vor allem auch „seinem Tobii“ – einem Augensteuerungscomputer.

03.12.2017
Lukas bedient seinen Computer mit einer Augensteuerung.
Lukas kann die Ansteuerung der einzelnen Buchstaben in 150 Millisekunden auslösen und „schreibt“ damit mit seinen Augen so schnell wie andere mit den Fingern auf der Tastatur.

Lukas B. ist 24 Jahre alt und arbeitet seit 8 Jahren im Landesklinikum Gmünd im Bereich der ambulanten Patientenadministration. Wegen einer spastisch–athethotischen Tetraparese ist Lukas auf einen Rollstuhl angewiesen. Mit einer herkömmlichen Computermaus kann Lukas seinen Computer nicht bedienen, weil seine Feinmotorik nicht ausreicht – das hält ihn aber nicht davon ab, so schnell und manchmal auch schneller Aufgaben am Computer zu verrichten als seine Kollegen, die keine körperliche Beeinträchtigung überwinden müssen.

Während andere kräftig in die Tasten „hauen“, „blinzelt“ sich Lukas durch sein Arbeitsleben. Dass er heute eine 20-Wochenstunden-Anstellung als NÖ Landesbediensteter hat, verdankt Lukas vielen unterstützenden Menschen an seiner Seite und vor allem auch „seinem Tobii“ – einem Augensteuerungscomputer von tobii dynavox, mit dem er den Computer bedienen kann wie jeder andere auch.

Computer mithilfe der Augen bedienen

Mit Hilfe des Augensteuerungscomputers kann Lukas beispielsweise seine eigene Bildschirmtastatur einrichten und in der Größe anpassen. Lukas kann die Ansteuerung der einzelnen Buchstaben in 150 Millisekunden auslösen und „schreibt“ damit mit seinen Augen so schnell wie andere mit den Fingern auf der Tastatur. Er arbeitet mit den gängigen Windows-Programmen sowie krankenhausspezifischer Standardsoftware. Zu seinen Aufgaben gehört u. a. das Einscannen von Dokumenten, die Vorbereitung der zum Scannen erforderlichen Barcode-Vordrucke und die Kontrolle der eingescannten Patientenakte, die Teil des Qualitätssicherungsprogramms ist. Mit Hilfe von speziellen Funktionen seiner Augensteuerung kann er beispielsweise eine Lupe nutzen, die es ihm ermöglicht auch kleinste Buttons auf Formularen anzuklicken. Unterstützt wird Lukas von einem persönlichen Assistenten am Arbeitsplatz, der auf Anweisung bestimmte Tätigkeiten übernimmt, die er selbst nicht ausführen kann, wie z.B. Umblättern, Stempeln etc.
Augensteuerungen haben schon vielen Menschen geholfen, wieder selbstbestimmt und eigenständig zu kommunizieren. Grundlage dafür ist die Möglichkeit, einen Computer und das Internet nur mithilfe der Augen bedienen und nutzen zu können – weder Computermaus, Tastatur oder andere Eingabehilfsmittel sind dafür notwendig.

LIFEtool hat sich das Ziel gesetzt, mit dem Einsatz von „Lebenswerkzeugen“ in Form von Assistierenden Technologien und der (Computer) Unterstützten Kommunikation die Lebensqualität und Selbstständigkeit für Menschen mit fehlender Lautsprache und Menschen mit körperlicher Behinderung sowie Menschen mit Lernbeeinträchtigung zu erhöhen. Es gibt eine Fülle an Hilfsmitteln, die bei der Kommunikation unterstützen. Technik kann helfen, aber nur dann, wenn sie sich dem Menschen und seinen individuellen Bedürfnissen anpasst. Und genau das macht das gemeinnützige Unternehmen LIFEtool aus Linz. Die BeraterInnen von LIFEtool stehen Lukas seit vielen Jahren mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen ihn auf seinem Weg, der ihm selbständiges Kommunizieren und Arbeiten ermöglicht.

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Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.