Der Sturm hat auf den Inseln Samar und Leyte auf den Philippinen alles hinweggefegt.

Dokumente sind die Grundlage für einen neuen Start

Der Sturm hat auf den Inseln Samar und Leyte auf den Philippinen alles hinweggefegt. Hunderttausende hatten tagelang nichts zu essen, hatten keine Kleider mehr, bis sie von Hilfsorganisationen mit dem Nötigsten versorgt wurden.

26.05.2014
NGOs bei der Rechtsberatung für Menschen, die ihre Dokumente im Taifun verloren haben.
NGOs leisten Rechtsberatung für Menschen, die ihre Dokumente im Taifun verloren haben.

Der Sturm hat auf den Inseln Samar und Leyte auf den Philippinen alles hinweggefegt. Hunderttausende hatten tagelang nichts zu essen, hatten keine Kleider mehr, bis sie von Hilfsorganisationen mit dem Nötigsten versorgt wurden. Was vielen heute noch fehlt, ist ein Haus. Hilfsorganisationen wie die Diakonie Katastrophenhilfe versuchen, auch das möglich zu machen. Was es dazu aber braucht, sind persönliche Dokumente und Papiere, die den Grundbesitz bescheinigen. Auch die sind in der Flut davongeschwommen, wurden vom Wind verweht.

IDEALS* ist eine lokale philippinische Organisation, die mit Hilfe vieler freiwilliger AnwältInnen und HelferInnen seit 9 Jahren alternative juristische Beratung für die Bevölkerung möglich macht. Nach dem Taifun helfen sie den von Obdachlosigkeit betroffenen Familien wieder zu ihren persönlichen Dokumenten zu kommen. Nur so können sich diese als Bedürftige an die Regierung und die Hilfsorganisationen wenden und Unterstützung beantragen.

Rico ist seit 6 Monaten Koordinator des Projekts zur Unterstützung der Taifunüberlebenden, und er ist selbst Betroffener. Rico war früher bei der örtlichen Regierung tätig. Sein ehemaliges Büro ist noch nicht wieder aufgebaut. Und auch er musste seine Familie im Haus vor der Flut retten. Jetzt arbeitet er für IDEALS, weil es ihm wichtig ist, den Menschen zu helfen

die sonst keine Chance auf Hilfe haben

Rico empfängt uns BesucherInnen im improvisierten Büro von Ideals, wo es vor KlientInnen nur so summt. Mindestens 20 Freiwillige und 2 AnwältInnen sind dabei, sich an diesem Nachmittag um unzählige neue Anträge von Privatpersonen zu kümmern. „Aber nicht nur hier sind wir täglich erreichbar“, erklärt Rico. „Die meisten Anträge bekommen wir in unseren Außenstellen“.

Szenenwechsel: Wir fahren ins öffentliche Veranstaltungszentrum der Stadt Tacloban. Es ist ein dreistöckiges Gebäude, und so wie alle anderen auch stark vom Sturm gezeichnet. Aber es steht noch, und das Dach – eine metallene Kuppel – wurde nicht abgedeckt. Schon beim betreten können wir erkennen: Hier geht das Leben weiter. Eine junge Musikgruppe hat ihren Auftritt auf der Bühne. Auf den Zuschauerrängen jubeln ihnen eine Gruppe Jugendlicher zu.

Gleich darunter jedoch, auf einer Zwischenebene des Amphitheaters steht ein langer Tisch, an dem wieder mindestens 20 Freiwillige von IDEALS, in den uns nun schon bekannten T-Shirts fleißig Dokumente sortieren und auf die AntragstellerInnen einreden.

Hier erreichen wir viel mehr Menschen. Viele kommen hier mit ihren Kindern her, um Musik zu hören, Spaß zu haben. Und wenn sie uns sehen, erinnern sie sich daran, dass sie ihre Papiere hier erneuern lassen können

Schnitt: Wir fahren ein paar Straßen weiter und biegen in einen kleinen Vorort von Tacloban ab. Eine Siedlung nahe am Wasser. Hier stehen bereits neue Häuser. Es ist ein Viertel, das schon davor von kleinen GrundbesitzerInnen bewohnt war. Ihre Häuser wurden zerstört. Ideals hat den BewohnerInnen geholfen, die Dokumente wiederherzustellen, und bei einer Hilfsorganisation Anträge zu stellen. Manche Häuser sind schon fast fertig. Andere noch in Bau. Dank der Initiative von IDEALS sieht es hier bald wieder so aus, wie vor dem Taifun.

So hilft die Diakonie

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen weltweit, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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