Bosa und Velimir Andric und seine 84jährige Mutter wurden von ihren Söhnen mit dem Boot aus dem 1.Stock ihres Hauses befreit.

Die Normalität ist noch nicht zurückgekehrt

"Die Erde ist jetzt viel härter als früher. Kartoffeln haben hier keine Chance, und auch das Gemüse gedeiht nur teilweise."

13.05.2016
Ein älteres Ehepaar in ihrem Garten, wo jetzt viel weniger wächst als vor dem Hochwasser

Lajkovac liegt 60km südlich von Belgrad im Becken zwischen 2 kleinen Flüssen. Es liegt nahe der Stadt Obrenovac, aus der im vergangenen Jahr rund 20.000 Menschen innerhalb kürzester Zeit aus ihren Häusern fliehen mussten. - In Lajkovac waren es 300 Personen, die aus ihren Wohnungen in ein Hotel und eine Schule evakuiert werden mussten. Vater Tomislav, orthodoxer Priester von Lajcovac, hat alle Haushalte besucht, die von den Fluten überrascht und heimgesucht wurden. „Manche sind über Nacht im 1. Stock ihrer Häuser geblieben. Ihre Erdgeschoße waren bis unter die Decke überflutet . Sie konnten erst am nächsten Tag herausgeholt werden. Ein Jahr danach leben sie wieder in ihren Häusern, aber die Feuchtigkeit kriecht noch immer aus dem Boden in die Wände,“ betont der Pfarrer.

Bosa und Velimir Andric und seine 84jährige Mutter wurden von ihren Söhnen mit dem Boot aus dem 1.Stock ihres Hauses befreit. „Wir haben 30 Jahre unseren bescheidenen Haushalt geführt, und innerhalb von Minuten war alles zerstört“, erzählt uns Frau Andric. Sie ist ratlos, wie sie weitermachen sollen, da sie bis vor einem Jahr ihre Lebensmittel fast ausschließlich aus ihrem Garten bezogen haben. „Wir leben von einer ganz kleinen Pension und haben beinah alles was wir brauchen selbst hergestellt“, sagt sie. Heuer hat sie von den Diakonie-Partnern Gemüse- und Maissamen bekommen. Einige Früchte sind jetzt im Garten schon zu sehen. Allerdings hat der Boden seine Qualität von früher eingebüßt. „Die Erde ist jetzt viel härter als früher. Kartoffeln haben hier keine Chance, und auch das Gemüse gedeiht nur teilweise. Was mich besonders traurig macht ist, dass dieses Jahr auch die Pfirsichbäume keine Blätter mehr bekommen. Die Wurzeln scheinen kaputt zu sein, denn sie bleiben kahl und werden keine Früchte tragen“, beklagt Velimir Andric.

Und wovor die Menschen hier die größte Angst haben?

Dass es wieder so stark zu regnen beginnt. Der kleine Fluss hat uns früher nie bedroht, aber jetzt haben wir Angst vor dem Wasser
sagt Bosa Andric

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