Von Gott und der Welt

Die Namen bleiben unvergessen

Die Namen der Opfer am Weihnachtsmarkt in Berlin sind noch unbekannt, aus Gründen des Opferschutzes. Den Namen des mutmaßlichen Täters kennt allerdings jeder. Das ist höchst problematisch, denn diese fragwürdige Art der Berühmtheit durch eine Gewalttat ist zugleich Ziel der feigen mörderischen Anschläge.

24.12.2016
Weihnachtskrippe
Der Heiland hat viele Namen, sie sind unvergessen (Foto: pixabay)

Der Heiland, geboren in der Nacht, da sich Himmel und Erde berührten, der Heiland hat viele Namen. 

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst

heißt es schon beim Propheten Jesaja, wenn vom kommenden Messias die Rede ist.

Joseph und Maria haben ihn Jesus genannt, aber wer weiß, welche Kosenamen sie dem kleinen Wunder, das ihnen geschenkt wurde, noch gegeben haben in dieser Heiligen Nacht. Seine Jünger nannten ihn Rabbuni, ihren Meister, ausgesprochen voller Bewunderung und Freude.

Jesus, der Friede-Fürst, der Wunder-Rat, der Gott-Held, geweissagt vom Engel, geboren von der jungen Frau Maria – er wurde zum Opfer, zum Opfer am Kreuz, und für die Seinen zum Christus.

Der Heiland hat viele Namen. Sie bleiben unvergessen.

Die Namen der Opfer am Weihnachtsmarkt in Berlin sind noch unbekannt, aus Gründen des Opferschutzes. Den Namen des mutmaßlichen Täters kennt allerdings jeder. Das ist höchst problematisch, denn diese fragwürdige Art der Berühmtheit durch eine Gewalttat ist zugleich Ziel der feigen mörderischen Anschläge.

Jesus wurde hingegen wurde zum Opfer, und seine Namen sind unvergessen.

Nicht die Namen der Täter, sondern die Namen der unschuldigen Opfer dürfen nicht vergessen werden, sie sind alle aufgeschrieben im Buch des Lebens, ihre Namen sollten uns heilig sein in dieser Heiligen Nacht.

„Von Gott und der Welt"

Die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.