Zum Brandanschlag auf das Flüchtlingsquartier in Altenfelden

Die Kraft des Bösen

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Dieser Satz Jesu stammt aus seiner Rede vom Weltgericht.

03.06.2016
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)

Ein einziger Maßstab wird angelegt, der unterscheidet, wer zu den Schafen und wer zu den Böcken gerechnet wird. Ein Maßstab, der gelingendes Leben von dem unterscheidet, das sein Ziel verfehlt. Das Leben, das um seine Verantwortung für den anderen, den Schwächeren, den, der der Hilfe bedarf, weiß und dementsprechend handelt, das ist ein Leben, das gelingt. Das Leben, das nur auf sich selbst schaut und nur den eigenen Vorteil sucht, das ist ein Leben, das sich selbst schadet.

Die Bilder der Bibel mögen heute fremd erscheinen, doch sie sind von unserer Erfahrung gedeckt. Jede und jeder weiß, dass es sich gut anfühlt, anderen zu helfen. Das geht ohne Anstrengung. Das haben wir von klein auf gelernt. Nicht helfen zu wollen, braucht eine große Kraftanstrengung. Wir müssen vor uns selbst begründen, warum wir dem natürlichen Impuls, helfen zu wollen, nicht nachkommen können.

„Weil der andere selber Schuld ist an seinem Elend!“ „Weil er nicht von hier ist!“ „Weil andere es dringender brauchen!“

Noch mehr zerstörerische Kraft braucht, wer denen, die Hilfe suchen, etwas Böses antun will. Diese destruktive Kraft richtet sich letztlich auch immer gegen den, von dem sie ausgeht. Der oder die Brandstifter von Altenfelden haben sich so gesehen schon selbst gerichtet, auch wenn sie noch nicht gefasst und verurteilt sind.