Von Gott und der Welt

Die Kraft der Helfer

Laxman Niroula hatte sich jahrelang auf das Beben vorbereitet und doch gehofft es nie erleben zu müssen. „Wir selbst haben unser Haus verlassen müssen, eine Zeltplane aufgespannt und Matten ausgelegt. Meine Familie und ich, wir schlafen jetzt im Freien.“

02.05.2015
Eine Überlebende des Erdbebens in Nepal ©DCA/ACT
Ratna Maya Prajapati, 95, hat das Erdbeben überstanden. Um eine neue Unterkunft bauen zu können erhält sie Unterstützung von der Diakonie Katastrophenhilfe.(Foto: DCA/ACT)

Zum Schlafen ist der Helfer des Diakonie-Katastrophenhilfepartners (LWF) in Kathmandu allerdings in der letzten Woche selten gekommen. Mit seinen Kollegen verteilt er unermüdlichen, Planen, Hygiene-Sets, Wasser und Lebensmittel.

Laxman Niroula und seine Helfer haben jahrelang in Nepal in der Katastrophenvorsorge gearbeitet. In vielen Dörfern bauten sie lokale Zivilschutzgruppen auf, die immer und immer wieder geübt haben, was bei einem Beben zu tun ist. „Was machst du, wenn du in einem Gebäude steckst? Was wenn du draußen bist? Wo treffen wir uns nach dem Beben? Wer tut was bei der ersten Hilfe? Wo sind die Lager für Wasser, Essen und Medikamente, wenn die Straßen unterbrochen sind?“ Das waren die Fragen, die sie mit den Dorfbewohnern immer wieder durchgegangen sind.

Katastrophenhilfe braucht einen langen Atem.

Laxman Niroula weiß nicht wie viele Menschen sich durch das Zivilschutztraining retten konnten. Zu vielen Dörfern hat er noch keinen Kontakt. Doch er ist sich sicher, ohne die intensive Arbeit der letzten Jahre, wären noch viel mehr Opfer zu beklagen gewesen. Das zu wissen gibt ihm die Kraft weiter zu machen, denn er weiß, Katastrophenhilfe braucht einen langen Atem. (diakonie-katastrophenhilfe.at/spenden)

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone“.

Nothilfe für Erdbebenopfer in Nepal

Ein Erdbeben der Stärke 7.8 mit dem Epizentrum nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat am 25.5.2015 schwere Zerstörungen in weiten Teilen des Landes verursacht. Offiziellen Angaben zur Folge ist es das schwerste Erdbeben, das die Region seit 81 Jahren erschüttert hat.

Der Lutherische Weltbund (LWF), langjähriger und zuverlässiger Projektpartner der Diakonie Katastrophenhilfe, ist in Nepal aktiv und startete unmittelbar nach dem Beben erste Hilfsmaßnahmen. „Ziel ist es jetzt, die Überlebenden möglichst schnell mit Wasser, Nahrung und Medikamenten zu versorgen. Da viele Menschen Angst haben, wieder in ihre Wohnungen zurückzukehren, ist es auch wichtig, für die Betroffenen Notunterkünfte bereitzustellen“, berichtet Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe.