Von Gott und der Welt

Die Kirche, ein Vereinsheim

Jürgen Klopp, der Coach des FC Liverpool, gilt als emotionaler und intellektueller Trainer. Einer, der über Fußball reden kann wie kaum ein anderer. Jetzt redet Jürgen Klopp über seinen Glauben.

21.10.2016
Ein Fußballspieler der U11-Mannschaft der Acakoro Football Academy (Foto: Mike Ranz)
Fußball ist ein Gemeinschaftssport (Foto: Mike Ranz)

Er hat den Job eines Reformationsbotschafters übernommen und eine besondere Ausgabe der revidierten Lutherbibel, die gerade bei der Leipziger Buchmesse vorgestellt wird, gestaltet.

„Meine absolute Grundfeste, mein absoluter Stabilisator ist mein Glaube", sagte der Fußballtrainer im Interview mit dem Evangelischen Magazin Chrismon. Zur Lutherbibel meint er: „Ich mag Luther, weil er für die Unterprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat. Er war der Anwalt der kleinen Leute und hat viel dafür riskiert, damit wir ein positives Gottesbild haben können. Der liebende Gott, an den ich glaube, bei dem sind alle willkommen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihrer Bildung.“

Der liebende Gott, an den ich glaube, bei dem sind alle willkommen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihrer Bildung.
Jürgen Klopp

Doch das Schönste, was ein Fußballcoach zu sagen vermag, sagt er über die Kirche: „Die Kirche ist wie ein Vereinsheim!“ Ein Vereinsheim ist nicht elitär und abgehoben. Da riecht es nach Schweiß und Leberkässemmeln. Da wird hart trainiert, aber auch miteinander gefeiert. Da schmücken die Pokale der Siege die Wand, aber es bietet auch Schutz und Trost gerade nach Niederlagen. Das Vereinsheim ist kein schlechtes Bild für die Kirche. Ein Heim, in dem der liebende Gott alle willkommen heißt „ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihrer Bildung“.

„Von Gott und der Welt"

Die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung