Beim wöchentlichen „FrauenCafe“ der Frauenberatungsstelle für Flüchtlingsfrauen in Wien

Deutsch und mehr

Die Frauenberatungsstelle für Flüchtlingsfrauen der Diakonie bietet bei einem wöchentlichen „FrauenCafe“ die Möglichkeit, entspannt zu plaudern, Deutsch zu üben, und Erfahrungen auszutauschen.

11.12.2017
spielende Kinder beim Frauencafé
Während die Frauen sich austauschen, können die Kinder gemeinsam spielen (Foto: Diakonie Flüchtlingsdienst)

Woher kommen Sie? Wie heißen Sie? Haben Sie Familie, Kinder? Hier in Österreich? Welche beruflichen Chancen sehen Sie?

Wichtigen Fragen, die Flüchtlingsfrauen immer wieder gestellt werden, und auf die sie rasch und kompetent in Deutsch antworten wollen. Bei der Vorstellungsrunde im „Cafe“ werden sie immer wieder gestellt. Und die Frauen hoffen, dass sie die Antworten in dieser unkomplizierten Runde besonders rasch lernen können.

Kinder stören beim Lernen nicht. Sie basteln und zeichnen im Nebenraum. Eine zusätzliche Entspannung für Frauen, die allein ohne Freunde und die vielleicht gewohnte Großfamilie nach Österreich gekommen sind.

Deutschkurs sofort ausgebucht

Nach einer halben Stunde lockerem Gespräch hat sich die Fähigkeitn einige wichtige Informationen über sich selbst zu geben, tatsächlich verbessert. Aber das ist erst ein Anfang. Das wissen alle. Daher sind die freien Plätze in einem Deutschkurs gleich ausgebucht, genauso wie ein Kurs zur PC-Nutzung.

Viele Interessentinnen gibt es auch für einen Besuch in der nahen Bücherei, die Literatur auch in Sprachen jener Länder anbietet, aus denen die Flüchtlingsfrauen zu uns kommen. Dazu kommt auch ein großes Angebot an Kinderbüchern, die dabei helfen, dass der Nachwuchs gleichzeitig Deutsch und seine Muttersprache rasch sehr gut beherrscht.

Gesprächsthemen finden sich viele

Zweiter Punkt des Abends ist ein Diskussionsthema, das von den anwesenden Frauen bestimmt wird.  Dabei sind schon kompliziertere sprachliche Probleme zu bewältigen und das gelingt zum Teil sehr gut.

Die Wahl fällt auf ihren derzeitigen Wohnort Wien und das Urteil ist positiv.

„Wer sich in Wien verirrt, dem wird geholfen,“ loben die Flüchtlingsfrauen die Wiener. Keine hat bisher eine Situation erlebt, in der sie sich in Wien gefürchtet hätte. In vielen Ländern, aus denen die Flüchtlinge zu uns kommen, ist es für Frauen gefährlich am Abend aus dem Haus zu gehen.

Einigen Frauen ist negativ aufgefallen, dass in Wien viele Menschen rauchen. Öffentliche Verkehrsmittel, die bis spät in die Nacht unterwegs sind, werden positiv gesehen. Die gibt es allerdings auch in anderen Ländern. Im Iran sind die U-Bahnen bis 12:00 nachts unterwegs. Doch das braucht man eher, um abends Veranstaltungen zu besuchen.

Auch Sorgen haben hier ihren Platz

Im „Cafe“ ist dann noch Platz, um über perönliche Sorgen zu sprechen: Was tun dann am Abend, wenn der Partner noch in einem Kriegsgebiet ist?

Eine junge Frau antwortet auf die Frage, was sie abends tut: nachdenken - aber auch weinen.

Wenn Sie gerne mit Flüchtlingsfrauen in Kontakt kommen möchten kommen Sie zu einem unserer wöchentlichen Cafés

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme in der Frauenberatungsstelle