Von Gott und der Welt

Designerbabies?

Ist es in Österreich zukünftig möglich, Babies aus der Retorte nach den eigenen Vorstellungen zu designen?

22.11.2014
Füße eines Neugeborenen, das in einer Decke eingehüllt ist.

Oder hilft der Entwurf zum Prä-Implantations-Diagnostik-Gesetz (PID), der dieser Tage in Begutachtung gegangen ist, Eltern, die sonst kinderlos bleiben würden, zu einem gesunden Kind? Die Stellungnahmen gehen weit auseinander.

Der katholische Bischof Klaus Küng spricht von einem Dammbruch, der evangelische Ethiker Ulrich Körtner von einem maßvollen Schritt. Es gilt, aufmerksam wahrzunehmen, in welch schwierigen Situationen sich Paare, die das bisherige Verbot der PID trifft, befinden:

Da ist zum Beispiel die Frau, die sich schon dreimal der auch körperlich sehr belastenden Prozedur einer In-vitro-Fertilisation unterzogen hat; dreimal hat sie eine Fehlgeburt erlitten. Eine Genom-Analyse der Embryonen vor der Implantation würde die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft auf 70 Prozent steigern.

Oder das Paar, das weiß, dass es in der Familie eine schwere Erbkrankheit gibt. Einer der in vitro gezeugten Embryonen könnte Träger des defekten Gens sein, ein anderer nicht. Würde der kranke Embryo implantiert, hätte das Kind vielleicht sechs Jahre zu leben, zumeist im Krankenhaus. Der neue Gesetzesentwurf soll die PID in engen Grenzen möglich machen – in so engen Grenzen, dass der Weg zum Designerbaby versperrt bleibt, aber in belastenden Fällen geholfen werden kann. Und das ist gut so.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.