Von Gott und der Welt

Der Zukunft eine Stimme

Die Briten sind raus aus der EU. Die Wähler haben gesprochen, das ist zu akzeptieren. Was auffällt, ist, dass es einen tiefen Graben zwischen den jüngeren und den älteren Engländern gibt.

25.06.2016
Drei Hände, die auf einen Tisch liegen - die Hand eines Säuglings, einer Mutter und einer Großmutter (Foto: Pixabay)
Foto: Pixabay

Die unter 30jährigen haben mit großer Mehrheit für den Verbleib in der EU gestimmt, die über 65jährigen mit großer Mehrheit dagegen. Demokratie lebt davon, dass alle Teile der Bevölkerung gleich repräsentiert werden. Unsere westlichen Gesellschaften werden immer älter. Dadurch bestimmen die Senioren immer mehr die politische Entwicklung und die Zukunft der Jüngeren, aber vor allem auch der Kinder. Und die Kinder sind ja bekanntlich unsere Zukunft.

Der Apostel Paulus schreibt: Schließlich sollen nicht die Kinder für ihre Eltern Sorge tragen, sondern die Eltern für ihre Kinder. Kinder sind das Wichtigste, wenn wir an die Zukunft denken. Man muss ja nicht gleich so weit gehen, wie es Herbert Grönemeyer in seinem Lied „Kinder an die Macht!“ tut. Aber die Idee, die der Schweizer Demograph Thomas Straubhaar in die Debatte geworfen hat, ist überlegenswert.

Kinder sind das Wichtigste, wenn wir an die Zukunft denken.
Michael Chalupka, Diakonie-Direktor

Jeder Mensch soll von Geburt an eine Stimme haben, die bis zum 16. Lebensjahr von den Eltern treuhändisch verwaltet wird. Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, denn Eltern treffen ja auch sonst wichtige Entscheidungen für ihre Kinder und an ihrer statt. Wer weiß, ob die Briten nicht noch dabei wären, wenn die, die vom Brexit am meisten betroffen sein werden, durch ihre Mütter vertreten gewesen wären.

„Von Gott und der Welt"

Die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung