Dach über dem Kopf

Der steinige Weg zum eigenen Zuhause

Ausländerfeindlichkeit, Mietbetrug, hohe Preise: Menschen mit Fluchthintergrund haben es am angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer. Der Diakonie Flüchtlingsdienst hilft umfassend.

25.06.2018
Ein Ehepaar in der Wohnberatung des Diakonie Flüchtlingsdienstes (Foto: Nadja Meister)
Miethaie und Betrug gemeinsam bekämpfen.

Von Elisabeth Jama

Der Wohnungsmarkt in Wien und anderen Großstädten ist schwer umkämpft. So wird die Suche nach einem passenden Zuhause für alle Wohnungssuchenden zu einer großen Herausforderung.

Wie geht es Menschen mit Fluchthintergrund in dieser schwierigen Situation?

Die erste Hürde ist der fehlende Zugang zur Information, wo überhaupt freie Wohnungen zu finden sind. Wer den Immobilienmarkt nicht kennt und noch nicht ausreichend Deutsch spricht, braucht also dringend Beratung. Aber ist die erste Barriere überwunden, bekommen viele Flüchtlinge aufgrund von Vorurteilen nicht einmal einen Besichtigungstermin. Und wenn doch eine Wohnung in Aussicht steht, werden von unseren Klient*innen häufig deutlich höhere Kautionen und Provisionen als marktüblich verlangt.

Was bewirkt diese Knappheit an leistbarem Wohnraum und die monatelange erfolglose Wohnungssuche?

Familien hausen bei Bekannten im Wohnzimmer, in überfüllten sowie gesundheitsgefährdeten Wohnungen oder auf der Straße. Neben den Mietzinsen boomt vor allem eines – der Mietbetrug. Flüchtlinge zahlen regelmäßig Miete, die jedoch von Mietbetrüger*innen einkassiert wird und nie beim tatsächlichen Eigentümer ankommt. Tagtäglich kämpft der Diakonie Flüchtlingsdienst gegen unrechtmäßige Delogierungen an, begleitet Klient*innen zu Terminen vor Gericht und gibt ihnen vor allem eines – Wissen über den verbleibenden Handlungsspielraum in ihrer Situation.

Eine Familie sitzt gemeinsam am Küchentisch (Foto: Nadja Meister)
Endlich ein sicheres und leistbares Zuhause. (Foto: Nadja Meister)

Darüber hinaus hat die Diakonie zusammen mit Alpine Peace Crossing den Kautionsfonds „ZUHAUSE“ entwickelt (www.kautionsfonds.at). „ZUHAUSE“ steht als Garantiegeber zur Verfügung, der im Schadensfall die Zahlung der Kaution gewährleistet. Die Diakonie überzeugte bereits einige
Wohnungseigentümer*innen sowie Hausverwaltungen wie die HV Rustler von der Idee. Viele Familien konnten dank der erfolgreichen Initiative einen Mietvertrag abschließen. Durch unser vielfältiges Beratungsangebot, Workshops sowie begleitende Wohnungssuche entziehen wir unzähligen Miethaien das Wasser aus ihren Haifischbecken.

Wir bereiten unsere Klient*innen auf ihr selbstständiges Leben in einer Privatwohnung vor – ein wichtiger Schritt im Integrationsprozess und ein wichtiger Schritt für eine egalitäre Gesellschaft.

Unterbringung und Betreuung beim Diakonie Flüchtlingsdienst - mehr als nur ein Dach über dem Kopf

Die Diakonie packt an, damit Flüchtlinge nicht auf der Straße stehen und den Übergang ins neue Leben schaffen. Unterstützen Sie diese Arbeit mit einer Spende!