Symbol der Hoffnung

Der Adventkranz

Starke Drähte brauchen die großen Kerzen, um am Adventkranz Halt zu finden.

17.11.2017
Jugendliche beim Fertigen von Adventkränzen
Hier entstehen ganz besondere Kränze - nach dem Vorbild des allerersten Adventkranzes, eine Erfindung der Diakonie. (Foto: Nadja Meister)

SchülerInnen der Inklusiven Fit Schule bereiten heute hier die Kerzen vor und binden Adventkränze in der Größe eines Wagenrades. Seit Jahren machen sie das für die Diakonie.

Für jeden Tag des Advents wird eine Kerze befestigt. Heuer sind es 22. So entstehen ganz besondere Kränze - nach dem Vorbild des allerersten Adventkranzes, eine Erfindung der Diakonie.

Die Idee hatte der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern. Er kümmerte sich um sozial benachteiligte und körperlich behinderte Kinder. Sie warteten genauso ungeduldig auf Weihnachten wie die Kinder heute. Täglich Geschichten und das Flackern einer weiteren Kerze montiert auf einem Wagenrad verkürzten die Zeit. Der Adventkranz war erfunden, einer, der mit einer Kerze für jeden Tag des Advents gleichzeitig Adventkalender war.

Die Adventkränze in unseren Wohnungen und Büros haben nur noch vier Kerzen - für jeden Adventsonntag eine. Sie machen uns bewusst, wie hektisch diese Wochen vor Weihnachten sind. Stattdessen sollten wir aber auch die ursprüngliche Funktion des Adventkranzes nicht aus den Augen verlieren. Seit mehr als 170 Jahren ist diese Erfindung der Diakonie Symbol der Hoffnung für Kinder und Jugendliche in Not.

Die Diakonie unterstützt inklusive Bildungsangebote für sozial benachteiligte Kinder.

Ein Beispiel ist die vom evangelischen Schulwerk getragene I-FIT Schule (in Kooperation mit Pro-Vita Bildung), die berufliche Bildung, sonderpädagogische Begleitung und wirtschaftliche Ausrichtung vereint.

Der Adventkranz wird noch mit den Kerzen bestückt.
Fast fertig. In diesem Jahr hat der Diakonie-Kranz "nur" 22 Kerzen. Ein kurzer Advent (Foto: Nadja Meister)

Die Jugendlichen haben klare Ziele

Die SchülerInnen, die geschickt Adventkranz binden und Kerzen montieren, bemühen sich hilfsbereit zu sein und sehen sich als Gemeinschaft. Sie wissen über ihr Schulsystem Bescheid und haben konkrete Ziele. Michaela, die einige Jahre in der Tierpflege tätig war, möchte nun in einen sozialen Beruf wechseln, wie es schon lange ihr Wunsch war. Lukas will Kindergarten Assistent werden, Markus und Marcel wollen im Einzelhandel arbeiten. Sabina hat den Schritt von der Pferdepflege zum Handel schon geschafft. Sie arbeitet bei Fressnapf.

Auf der Suche nach Jobs

Eine Lehrerin ist aktiv auf der Suche nach Jobs für die SchülerInnen in der realen Wirtschaft, beginnend beim Volontariat. Das Schreiben von Bewerbungen wird intensiv in der Schule trainiert. Bei der Entwicklung der Persönlichkeit hilft auch das Fach Theater, unterrichtet von einer Schauspiellehrerin.

„Viele Betriebe sind an sich aufgeschlossen dafür, einen unser SchülerInnen anzustellen, trauen sich aber dann doch nicht“, weiß die Integrationsbegleiterin der Schule. Vielleicht erfüllt sich rund um Weihnachten die Hoffnung des einen oder der anderen Schülerin auf ihren Traumjob.

Die Inklusive FIT-Schule

ist die erste Berufsbildende Mittlere Schule (BMS) mit sonderpädagogischem Schwerpunkt in Österreich. Das Ausbildungsangebot richtet sich an junge Menschen die aus den verschiedensten Gründen gefährdet sind, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Unser Ziel ist es, diesen Jugendlichen wieder eine Perspektive zu geben, sie auf ihrer Suche nach einem passenden Beruf zu unterstützen und ihnen Werte zu vermitteln, damit eine nachhaltige Integration in die Arbeitswelt gelingen kann.

www.ifit.or.at