Hoffnung braucht ein Ja!

„Das Theaterspiel macht uns glücklich"

Kurt und Brigitte sind Schauspieler in der Diakonie-Theatergruppe Malaria.

10.11.2015

Kurt Engleder ist Schauspieler in der Diakonie-Theatergruppe Malaria. Zuletzt hat Kurt einen Wilderer gespielt. „Weil ich früher auch mit meinem Vater auf die Jagd gegangen bin, weiß ich, wie die Jager tun“, erzählt Kurt. „Aber einmal, da war i mit meinem Vater auf der Jagd, und da hat mein Vater wirklich einen Rehbock erlegt. Und dann hab ich ihm gesagt, dass das Tier doch arm ist, wenn es sterben muss. Und dass es genug ist, ein Tier zu erlegen“.

Schöne Erinnerungen hat Kurt auch an die Geburtstagsfeiern seines Vaters, gemeinsam mit den Jägern des Ortes, weil „da ghea i a dazua“.

Kurt und Brigitte sind Schauspieler in der Diakonie-Theatergruppe Malaria und sie unterstützen die Kampagne "Hoffnung braucht ein Ja!"
Kurt und Brigitte sind Schauspieler in der Diakonie-Theatergruppe Malaria. (Foto: Christian Stempfer)

Wir sind Freunde

Kurt liebt es, Radio zu hören, und er sieht im Fernsehen gern Krimis. Seit neuestem geht er jeden Tag abends alleine Walken. Etwas verunsichert ist Kurt wegen der Übersiedlung der Werkstätten, die in einigen Wochen bevorsteht. „Wenn alles neu wird“, da weiß er noch nicht, wie das sein wird. Und vor allem die Holzwerkstatt, die er dann nicht mehr besuchen kann, wird ihm fehlen. Dort verbringt er nämlich jetzt jeden Nachmittag beim Schleifen von kleinen Figuren, die die Leute gern für Weihnachten kaufen. Weil er alle sehr gern mag, „wir sind Freunde!“, hat Kurt keine Angst und fühlt sich gut aufgehoben.

Brigitte Koxeder, genannt Koxi, hat das Dichten und Schauspielern von ihrem Vater geerbt, der früher mit seiner Kunst die Gaststuben im Dorf unterhalten hat. Für sie war es die schwierigste Zeit, als man dachte, sie könnte sich vielleicht der Arbeit im Gastgewerbe widmen. „Da hab ich immer viel Heimweh gehabt und dort is auch alles so streng abergangen“, erzählt Koxi. Viel lieber schreibt sie „Berichte und Geschichten“. „Grad morgen hamma eine Vernissage, und da wird‘ ich einen langen Bericht schreiben“, erzählt Koxi.

Auf die Frage, was sie nicht so gern mag, meint Koxi: „Des kann i gar net so sagn. Weil i hab überall Freunde: beim Theater, und daheim, und a bei die Mitarbeiter, die mögn mi alle recht gern. Und die machen mi voll glücklich“. Auch das Wohnen in der Wohngemeinschaft, wo sie und ihre Mitbewohner selbstständig wohnen, gibt ihr viel.

I versteh eam guat

Koxi ist außerdem seit einem Jahr Interessensvertreterin und Hausvertreterin gemeinsam mit Thomas, einem Kollegen. „Der Thomas hat a Sprachbehinderung“, erzählt Koxi, und „wenn er was erklär‘n soll, dann helf i ihm. Weil i versteh eam guta, und ich erklär des dann“. Oder wenn er „Wünsche und Bedürfnisse“ hätte, „und des kann er nicht so richtig aussprechen, dann unterstütz ich ihn“. Ihr könne Thomas ganz langsam sagen, was er gern möchte, und „dann erklär des den anderen“.

Aber am meisten freuen sich Kurt und Koxi über das Theaterspielen: Beide stehen für ihr Leben gern auf der Bühne. „Das Schauspiel macht mi glücklich“, sind sich beide einig.

Hoffnung braucht ein Ja!

Die Diakonie ist Hoffnungsträger für Kurt und Brigitte. Kurt und Brigitte sind Hoffnungsträgerin für uns.
Werde #Hoffnungsträger und #Hoffnungsträgerin!