Von Gott und der Welt

Das Jahr der Bildung

Das Jahr 2015 soll das Jahr der Bildung werden, zumindest in den Evangelischen Kirchen in Österreich. Sie haben sich 2015 die Bildung auf ihre Fahnen geschrieben. Nicht nur, um selber gescheiter zu werden, sondern um die Diskussion, welche Bildung unser Land braucht, voranzutreiben.

03.01.2015
Zwei kleine Kinder sitzen auf einem Teppich und spielen. (Foto: Wieser/Diakonie Bildung)
Gleiche Chancen zu haben, bedeutet eben nicht, dass alle gleich wären. Die Verschiedenheit ist ein Reichtum. Sie für alle zur Entfaltung zu bringen, ist das Ziel gelungener Bildung. (Foto: Wieser/Diakonie Bildung)

Am Anfang der Bibel steht ja: Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen, als Gegenüber Gottes gebildet. Jeder Mensch, jede und jeder der Erdenbürger, die 2015 auf die Welt kommen werden, sind als Gegenüber Gottes gebildet. Deshalb sollten alle die Chance haben, ein Leben in Mündigkeit führen zu können. Derzeit sehen wir in Österreich aber, dass die soziale Herkunft noch weitgehend die Zukunft bestimmt. Nur jeder vierte Schüler erzielt einen höheren Bildungsabschluss als seine Eltern. Unser Bildungssystem zementiert die Herkunft und öffnet die Zukunft nicht.

Unser Bildungssystem zementiert die Herkunft und öffnet die Zukunft nicht.
Michael Chalupka, Diakonie-Direktor

Das Jahr der Bildung steht unter dem biblischen Motto: „Stelle meine Füße auf weiten Raum!“ Bildung soll Weite  ermöglichen, soll alle zur Mündigkeit führen. Die Chance auf ein Leben in Fülle soll für alle gelten, egal ob sie körperlich oder intellektuell eingeschränkt sind, ob ihre Eltern hier oder anderswo oder ob sie reich oder arm geboren wurden. Gleiche Chancen zu haben, bedeutet eben nicht, dass alle gleich wären. Die Verschiedenheit ist ein Reichtum. Sie für alle zur Entfaltung zu bringen, ist das Ziel gelungener Bildung. Die Evangelischen Kirchen haben sich viel vorgenommen.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".