Von Gott und der Welt

Das Elend der Flüchtlinge in ihren Booten

Kojo Taylor ist nicht mit dem Boot gekommen. Es müssen die Zeiten Bruno Kreiskys gewesen sein, als er wie viele mit dem Flugzeug aus Ghana nach Wien gekommen ist, um hier zu studieren. Er schloss sein Studium an der Technischen Universität ab. Und der junge Dipl. Ing. war so begabt, dass ihn die Universität gleich anstellte.

12.12.2015
Ein Chor aus Ghana

Kojo ist längst Österreicher, eine seiner Töchter ebenfalls Wissenschaftlerin. Österreich kann stolz sein auf sie, und sie sind stolze Österreicher. Nebenbei ist Kojo Taylor noch Prediger in der Evangelischen Kirche in Simmering und Leiter des Ghana Ministrel Choir und dadurch mit der alten Heimat verbunden.

Das Elend der Flüchtlinge in ihren Booten hat Kojo, seine Tochter und seinen Chor nicht kalt gelassen. Ihnen ist es besser gegangen, sie sind noch auf Einladung der Regierung nach Österreich gekommen. Sie sind dankbar und hatten Glück, zu anderen Zeiten geboren worden zu sein. Von diesem Glück möchten sie etwas zurückgeben. Mit Profimusikern wie der Austropop-Legende Ulli Bär haben sie ein Lied aufgenommen, das die Ängste auf den Booten und die Hoffnung auf ein neues Leben ohne Angst und Terror zum Ausdruck bringt. Komponiert wurde das Lied „Hoping for“ von Arnold Wolf. (www.arnold-wolf.at) Die Erlöse aus dem CD-Verkauf fließen in die Flüchtlingshilfe. Das Lied des afrikanisch-wienerischen Chors kann nicht nur den Flüchtlingen Hoffnung schenken, sondern auch so manchem die Zweifel am Guten im Menschen austreiben.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.