Von Gott und der Welt

Brot für die Welt

Zahlen können beruhigen. Zahlen können erfreulich sein. Wenn es heißt, dass statt 18,5% der Weltbevölkerung „nur mehr“ 13,1% an Hunger leiden, dann kann man das gute Gefühl haben: Da bewegt sich etwas in die richtige Richtung.

16.10.2015
Satt ist gut, Saatgut ist besser - Kampagne von Brot für die Welt

13,1% der Weltbevölkerung sind aber immer noch 795 Millionen Menschen, weit mehr als die EU Einwohner hat, die nicht genug zu essen haben. Darüber hinaus leiden mehr als 2 Milliarden Menschen an akuter Mangelernährung. Darauf hat Brot für die Welt, die Organisation für Entwicklungszusammenarbeit der Evangelischen Kirchen, angesichts des Welternährungstags hingewiesen.

An Mangelernährung leiden heißt, dass Menschen nicht akut verhungern, aber an Krankheiten leiden, Kinder Wachstumsstörungen und vermeidbare Behinderungen haben, weil ihnen Vitamine durch einseitige Ernährung fehlen. Das ruft die Nahrungsmittelindustrie auf den Plan. Nahrungsmittel könnten ja künstlich aufgepeppt und damit neue Märkte erschlossen werden.

„Gesunde Ernährung braucht keine künstlich beigesetzten Vitamine", meint der Schirmherr von Brot für die Welt, Bischof Michael Bünker.

Durch den Ausbau von lokalen, kleinbäuerlichen Strukturen und eine Rückbesinnung auf traditionelle Anbaumethoden kann in vielen Regionen eine ausgewogene Ernährung erreicht werden.

Die Hoffnungen auf ein Ende des Hungers und der Mangelernährung liegen in den Händen der Bauern und Bäuerinnen und nicht in den Reagenzgläsern industrieller Labore.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.