Von Gott und der Welt

Brennen für den Glauben

„Brennen für den Glauben“ ist der Titel der Ausstellung über Wien zu Zeiten der Reformation und der darauffolgenden Rekatholisierung, die Mitte dieser Woche im Wienmuseum eröffnet wurde.

18.02.2017
BesucherInnen in der Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“
Vom 16. Februar bis 14. Mai ist im Wien Museum die Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“ zu sehen.(Foto: EPD/Uschman)

„Brennen für den Glauben“ kann man zum einen spirituell verstehen, verweist aber zum anderen auf die gewalttätige Dimension der religiösen Auseinandersetzungen, wie etwa die Enthauptung und anschließende Verbrennung Caspar Taubers 1524, oder das Ende des Täufers Balthasar Hubmaier am Scheiterhaufen am 10.März 1528 vor dem Stubentor zeigt.

„Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“ im Wien Museum.

Die Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“ ist von 16. Februar bis 14. Mai im Wien Museum zu sehen.
Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr.

Katalog: „Brennen für den Glauben“, Residenz-Verlag, 420 Seiten, 29 Euro.

Infos unter www.wienmuseum.at

In der Ausstellung ist vieles Interessante zu erfahren, etwa das um 1570 rund 70% der Einwohner Wien evangelisch gewesen sind und nur mehr das Herrscherhaus den römisch-katholischen Glauben hochgehalten hat, andererseits auch kurioses. So stellten die spanische Adelige im Jahr 1572 fest: Die Stadt sei voller Häretiker, aber der Alkoholkonsum sei „die größte Festlichkeit in diesem Land.“ War doch Wien die größte Weinproduzentin in ganz Österreich.

Was aber diese Ausstellung so sehenswert macht, ist, neben den wertvollen einzigartigen Dokumenten, die sonst im Staatsarchiv lagern, wie der Confessio Augustana, oder den 95 Thesen Martin Luthers, ist der Einblick in die Verwobenheit religiöser Auseinandersetzungen und politischer Machtkämpfe. Politische Interessensgegensätze und Machtansprüche werden gerne religiös grundiert. Das war zu Zeiten der Reformation so und ist heute nicht anders.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".

500 Jahre Reformation - mehr erfahren

Im Jahr 2017 feiern die Evangelischen Kirchen 500 Jahre Reformation. Doch was ist vor 500 Jahren überhaupt geschehen? Wer sind die Evangelischen heute? Wie feiern sie dieses Jubiläum? Und was hat das Motto des Jahres 2017 – Freiheit und Verantwortung – mit der Reformation zu tun? Mit der Website evangelisch-sein.at wollen die Evangelischen Kirchen Österreichs gemeinsam auf diese Fragen antworten.