Von Gott und der Welt

Bohnuskaffee

„Wenn ein Neapolitaner glücklich ist und einen Kaffee an der Bar trinkt, bezahlt er zwei statt einem, einen für sich und einen für den Gast, der nach ihm kommt. Es ist, als ob er den Rest der Welt auf einen Kaffee einladen möchte. Der „caffè sospeso“, der „aufgehobene Kaffee“, ist eine neapolitanische Gewohnheit, aber auch eine Lebensphilosophie.“

28.09.2013

Der bekannteste Kaffeehausgeher und Philosoph Neapels Luciano De Crescenzo, der sich selbst einen atheistischen Christen nennt,  hat diese Tradition in einem kleinen Bändchen beschrieben und ihr zu einem fulminanten weltweiten Durchbruch verholfen. In vielen Ländern Europas und sogar bei Kaffeeketten in den USA ist es üblich geworden, einen Kaffee zu trinken und zwei zu bezahlen.

Der „Bohnuskaffee“ wird aufgeschrieben und einer, der knapp bei Kasse ist und sich einen Besuch im Kaffeehaus nicht leisten könnte, kommt dann gratis in den Genuss. Die schöne Tradition, die Welt zu umarmen und jemand einzuladen, den man nicht kennt, hat nun auch Österreich erreicht. In einigen Kaffeehäusern kann man einen Kaffee oder auch eine Kleinigkeit zu essen bezahlen, die dann jemand konsumieren kann, der es sich sonst nicht leisten könnte. Der Kaffee ist frisch, das Kipferl nicht vom Vortag, das Glück wird geteilt. Welche Lokale mitmachen, findet man unter www.sospeso-bohnuskaffee.at. Oder noch besser: Fragen Sie Ihr Stammkaffee, ob es mitmachen möchte und laden Sie den Rest der Welt ein, Ihr Glück zu teilen!

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".

Teilen und Genießen - it's about more than the coffee

Alle Informationen zur Aktion findet man unter: sospeso-bohnuskaffee.at