Wie Weihnachten feiern?

Erstellt von Michael Chalupka, am 17. Dezember 2016.
Tags: Kolumne - Von Gott und der Welt, Syrien, Katastrophenhilfe
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Wie Weihnachten feiern angesichts der Gräuel in Aleppo, der schrecklichen Nachrichten, die uns täglich erreichen, angesichts der Ermordung von Zivilisten, der Vertreibung von Hunderttausenden aus der zerbombten Stadt? Wie Weihnachten feiern, angesichts des Versagens der Weltgemeinschaft vor der Barbarei?
Ein Vater mit seinem Sohn in
Syrische Flüchtlinge in einem Zeltcamp nahe der Stadt Zahle im Bekaa-Tal. In notdürftigen Unterkünften verharren die Flüchtlinge bei Winterbedingungen mit Schnee, Matsch und Temperaturen um die Nullgrad in ihren provisorischen Zelten. ©Thomas Lohnes/DKH
Wie Weihnachten feiern angesichts der Gräuel in Aleppo, der schrecklichen Nachrichten, die uns täglich erreichen, angesichts der Ermordung von Zivilisten, der Vertreibung von Hunderttausenden aus der zerbombten Stadt? Wie Weihnachten feiern, angesichts des Versagens der Weltgemeinschaft vor der Barbarei?
Ein Vater mit seinem Sohn in
Syrische Flüchtlinge in einem Zeltcamp nahe der Stadt Zahle im Bekaa-Tal. In notdürftigen Unterkünften verharren die Flüchtlinge bei Winterbedingungen mit Schnee, Matsch und Temperaturen um die Nullgrad in ihren provisorischen Zelten. ©Thomas Lohnes/DKH

Aleppo war es gewohnt, zur Weihnachtszeit im Lichterglanz zu erstrahlen. Kaum eine Hotellobby, in der kein Baum aufgestellt war, in den Straßen Lichterketten. In Aleppo und in Syrien sind die Vorbereitungen auf Weihnachten kein Fremdkörper, rund 10% der Syrer sind Christinnen und Christen. Weihnachtsdekoration gehörte zum Alltag. Heuer wird das anders sein. „Wir können hier keine Weihnachtsbäume aufstellen, wir haben einfach keine“, sagte der der Franziskanerpater Firas Lutfi in einem Interview der Katholischen Nachrichtenagentur KNA. Es wird auch keine Lichterketten geben. „Wir haben oft nicht einmal Elektrizität, um etwas zu beleuchten.“

Doch Weihnachten wird in Aleppo nicht abgesagt: „Unser Advent und unser Weihnachten sind ziemlich ähnlich dem ersten Weihnachten in Bethlehem vor 2000 Jahren: Weihnachten in ärmlichen und spärlichen Verhältnissen“, so der Franziskanerpater.

Weihnachten zu feiern, ist heute dringlicher denn je. Wenn wir hören werden „Euch ist heute der Heiland geboren“, dann ahnen wir, würde er heute geboren, seine Krippe stünde in Aleppo. Denn Gott wird Mensch, wo das Menschsein in Gefahr ist.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".

Syrien: Hilfe für Menschen auf der Flucht

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft seit 2012 mit lokalen Partnerorganisationen Menschen in Syrien vor Ort. In den bevorstehenden Wintermonaten erwarten Flüchtlingsfamilien erneut kältere Temperaturen. Unterstützten Sie die Nothilfe der Diakonie!