Mit viel Herz, Engagement und persönlicher Betreuung

Erstellt von Gastautor/ in, am 14. Dezember 2016.
Tags: Gesundheit, Flüchtlinge
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Über 60 bis 70 PatientInnen kommen pro Tag zu AmberMed. Um sie kümmern sich an die 50 ÄrztInnen, 5 bis 7 DolmetscherInnen, mehrere OrdinationsassistentInnen und TherapeutInnen, welche einmal im Monat bis einmal pro Woche ehrenamtlich ihre Zeit für AmberMed zur Verfügung stellen. Dies alles muss organisiert und aufeinander abgestimmt werden - ein unglaublicher, organisatorischer Aufwand, den Ehrenamtskoordinatorin Mariella Jordanova-Hudetz mit viel Herz und Engagement meistert.
Mitarbeiterinnen und ehrenamtliche Helferinnen bei AmberMed
mit viel Herz und Engagement bei AmberMed: Ärztin Popper-Wawronee, Ordinationsassistentin Hanslik, Ehrenamtskoordinatorin Hudetz und Dolmetscherin Anna Chen
Über 60 bis 70 PatientInnen kommen pro Tag zu AmberMed. Um sie kümmern sich an die 50 ÄrztInnen, 5 bis 7 DolmetscherInnen, mehrere OrdinationsassistentInnen und TherapeutInnen, welche einmal im Monat bis einmal pro Woche ehrenamtlich ihre Zeit für AmberMed zur Verfügung stellen. Dies alles muss organisiert und aufeinander abgestimmt werden - ein unglaublicher, organisatorischer Aufwand, den Ehrenamtskoordinatorin Mariella Jordanova-Hudetz mit viel Herz und Engagement meistert.
Ein Gastbeitrag von Regina Schmitz, Volontärin bei der Diakonie Österreich in der Abteilung für PR und Öffentlichkeitsarbeit. 
Mitarbeiterinnen und ehrenamtliche Helferinnen bei AmberMed
Mit viel Herz und Engagement bei AmberMed: Ärztin Popper-Wawronek, Ordinationsassistentin Hanslik, Ehrenamtskoordinatorin Hudetz und Dolmetscherin Anna Chen

Viele Menschen stellen ehrenamtlich ihre Zeit Organisationen und Stiftungen zur Verfügung – auch für AmberMed. AmberMed ist eine ambulante, medizinische Versorgungs- und Beratungseinrichtung der Diakonie und des Roten Kreuzes für Menschen ohne Versicherungsschutz. Laut der „Armutskonferenz“ haben derzeit in Österreich über 100.000 Menschen keine Krankenversicherung. Vor allem Obdachlose, Asylsuchende und MigrantInnen sind dankbar für die medizinische Versorgung durch AmberMed. Doch was steckt eigentlich hinter der Organisation von AmberMed? Was bedeutet es, über 70 ehrenamtliche HelferInnen zu koordinieren und auf ihre Vorlieben und Wünsche einzugehen?

Ein Blick hinter die Kulissen

So aufwendig die Erstellung der Dienstpläne ist, so spannend ist diese Arbeit auch. Mariella weiß genau, wie, wann und mit wem die ehrenamtlichen HelferInnen am besten und am liebsten arbeiten. Im Laufe der Zeit lernt Mariella die HelferInnen persönlich kennen und kann somit maßgeschneiderte Dienstpläne für jeden einzelnen zusammenstellen. „Ich bin außerdem auch für die Organisation von internen Fortbildungen und Workshops zuständig, zum Beispiel zu Themen wie ‚Dolmetschen im Gesundheitsbereich‘ oder Länderworkshops“, erklärt Mariella Bei ihrer Arbeit ist es Mariella besonders wichtig „einen familiären, persönlichen und perfekt organisierten Rahmen zu erstellen. Denn nur wenn sie sich wohlfühlen, kommen die ehrenamtlichen Helfer wieder und wollen langfristig ihre Zeit spenden.“

Denn genau darum geht es: der persönliche, freundschaftliche Kontakt zwischen den zahlreichen HelferInnen und PatientInnen, mitzubekommen, wie sich eine Frau über ihre Schwangerschaft freut, Menschen bei Ihrem Genesungsprozess zu begleiten und zu sehen, wie sich zwischen den ehrenamtlichen HelferInnen Freundschaften entwickeln und sie zu einem eingespielten Team werden – all dies motiviert Mariella Tag für die Tag bei ihrer Arbeit. Leider gibt es aber auch Tage, an denen die PatientInnen wieder nach Hause geschickt werden müssen, da leider kein behandelnder Arzt zur Verfügung steht. Dies sind für Mariella die schwersten Tage bei ihrer Arbeit, was zum Glück nur selten vorkommt. Dann gibt es auch die Momente, in denen nicht genügend Räumlichkeiten und Ressourcen für die ehrenamtlichen HelferInnen zur Verfügung stehen. So sehr sich Mariella und die anderen Mitarbeiter, ehrenamtlichen HelferInnen und PatientInnen über die zusätzlichen helfenden Hände freuen, fehlt es hier leider an den dafür notwendigen Räumlichkeiten. AmberMed arbeitet mit knappen finanziellen Mitteln und ist daher auf Sachspenden wie Medikamente, Heilmittel oder medizinische Geräte jeder Art angewiesen.

Es war damals irgendwie nicht ok, zu sagen, am Sonntag schlafe ich aus.

Hudetz, Ehrenamtskoordinatorin
Zivildiener und FSJler bei AmberMed
Auch Zivildiener und jungen Menschen im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahrs unterstützen die Arbeit von AmberMed

Eine weitere besondere Herausforderung in ihrer Tätigkeit als Ehrenamtskoordinatorin war für Mariella der Sommer 2015. So anstrengend diese Wochen damals waren, so intensiv und lehrreich waren sie auch. Während der großen Flüchtlingswelle im vergangenen Sommer haben die Caritas, Ärzte ohne Grenzen und die Diakonie die Initiative Medical Aid for Refugees ins Leben gerufen. Damals hat Mariella mit viel Engagement für mehrere Monate über 100 ehrenamtliche ÄrztInnen koordiniert. Trotz der knappen Zeit stand auch damals für sie der persönliche Kontakt stets im Vordergrund. Sich auf einen Kaffee treffen, sich für die Hilfe bedanken, bei den Ärzten mitfahren – „Damit sie wissen, wer Mariella ist.“ Es ist wichtig, dass die ehrenamtlichen HelferInnen wissen, wie dankbar man ihnen für ihre Hilfe ist und dass man sie und ihre Zeit nicht ausnutzt. Und dafür werden keine Mühen und Anstrengungen gescheut.

Persönliche Betreuung ist das A und O, man soll sich nicht ausgenutzt fühlen.

Hudetz, Ehrenamtskoordinatorin

Mariella selbst hat als ehrenamtliche Dolmetscherin (Deutsch-Bulgarisch) bei AmberMed geholfen, bevor sie vor gut 5 Jahren Ehrenamtskoordinatorin wurde. Sie steckt viel Engagement, Mühe, Freude und Herz in ihre Arbeit, denn eine familiäre, persönliche Atmosphäre und ein freundschaftliches Miteinander sind das A und O bei der Ehrenamtskoordination. Jeder der bei AmberMed ehrenamtlich arbeitet, soll sich wohlfühlen und wissen, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird.

Wollen auch Sie sich ehrenamtlich engagieren?

AmberMed sucht derzeit vor allem neue OrdinationsassistentInnen, aber sie freuen sich auch über jede weitere helfende Hand. Alle Informationen rund ums das Ehrenamt und zu AmberMed finden Sie hier.