Lesend Gott begegnen

Erstellt von Michael Chalupka, am 5. November 2016.
Tags: Religion, Kolumne - Von Gott und der Welt, Reformation
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Die Bibel ist ein Buch, in dem Erfahrungen, die Generationen von Menschen mit ihrem Glauben und Gott gemacht haben, gesammelt sind. Sie lässt Gottesbegegnung durchscheinen, macht Transzendenz transparent.
Bibelausgaben, die auf einer Kirchenbank liegen (Foto: Pixabay)
Die Bibel möge gelesen, diskutiert, interpretiert und verstanden werden. Das war Luthers Anliegen.
Die Bibel ist ein Buch, in dem Erfahrungen, die Generationen von Menschen mit ihrem Glauben und Gott gemacht haben, gesammelt sind. Sie lässt Gottesbegegnung durchscheinen, macht Transzendenz transparent.
Bibelausgaben, die auf einer Kirchenbank liegen (Foto: Pixabay)
Die Bibel möge gelesen, diskutiert, interpretiert und verstanden werden. Das war Luthers Anliegen.

Deswegen ist die Bibel ein Heiliges Buch. Doch die Bibel ist ein lebendiger Text, überliefert in Hebräisch und Griechisch. Immer wieder werden neue Entdeckungen gemacht, alte Handschrift gefunden und wissenschaftliche Erkenntnisse über den Sprachgebrauch ihrer Verfasser gewonnen. Wir lesen die Bibel in einer Übersetzung. Übersetzungen müssen in einer Sprache verfasst sein, die heute verstanden wird. Sprache verändert sich.

Martin Luther hat die Bibel erstmals so übersetzt, dass sie für alle verständlich war. Nahe am Original und nahe an der Sprache der Menschen. Die Evangelischen Kirchen haben nun zu Beginn des Jubiläumsjahrs der Reformation eine neue Revision der Lutherbibel vorgelegt. 70 Wissenschaftler haben viele Jahre daran gearbeitet, 44% aller Verse und 8,5% der Worte verändert.

Die Bibel möge gelesen, diskutiert, interpretiert und verstanden werden. Das war Luthers Anliegen.

Doch die Bibel, die Heilige Schrift, hat sich dadurch nicht verändert. Sie ist klarer und lesbarer geworden. Die Bibel möge gelesen, diskutiert, interpretiert und verstanden werden. Das war Luthers Anliegen. Diese neue Übersetzung der Lutherbibel ist, kaum auf den Markt gekommen, schon ausverkauft. Wer die Bibel liest, kann den in ihr enthaltenen Gotteserfahrungen nachspüren und dadurch Gott selbst begegnen, jeden Tag neu.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".