„Ich bin einfach froh, dass ich diese Menschen kennenlernen darf“

Hannah Wüstehube ist 18 Jahre alt und macht seit 2 Monaten ein „Freiwilliges Sozialjahr“ in einem Flüchtlingshaus der Diakonie. Dabei unterstützt sie die pädagogische Leitung, hat viel mit den Kindern im Haus und deren Freizeitbetreuung zu tun. In der kurzen Zeit habe sie „schon so viele neue Leute kennengelernt, so viele Kinder, die mich gern haben. Das macht mir sehr viel Spaß“.
Hannah Wüstehube ist 18 Jahre alt und macht seit 2 Monaten ein „Freiwilliges Sozialjahr“ in einem Flüchtlingshaus der Diakonie
Hannah Wüstehube ist 18 Jahre alt und macht seit 2 Monaten ein „Freiwilliges Sozialjahr“ in einem Flüchtlingshaus der Diakonie (Foto: Christian Stempfer)

Noch vor kurzem war Hannah Schülerin und sie ist sehr stolz darauf, bei der Matura ihr Ziel erreicht zu haben: „Vor 10 Jahren hab ich mir zum Ziel gemacht, dass ich einen Notendurchschnitt von unter 1,5 kriege, weil ich mit meinem Abschluss auch ins Ausland gehen können möchte. Und ich hab das auch geschafft. Und da hab ich jetzt das Gefühl, ich kann einmal richtig stolz auf mich sein. Ich kann jetzt mit meiner Zukunft anfangen, was ich will. Und kann jetzt über das Jahr hin die Dinge auf mich zukommen lassen.“

Anfangen und Arbeiten

Viel Unterstützung hat Hannah immer von ihren Eltern bekommen. „Ich bin jetzt gerade von zuhause ausgezogen, weil ich selbständig leben möchte. Aber ich könnte mir das alles nicht leisten, finanziell nicht und auch emotionell nicht, wenn ich nicht wüsste, dass ich nachhause kommen kann. Es ist sehr aufregend, auszuziehen, anzufangen, zu arbeiten. Es ist einfach alles neu und es ist sehr gut zu wissen, dass es da ein Zuhause gibt, wo ich zurückkommen kann“.

Auf die Frage, ob sie sich schon einmal hängen gelassen gefühlt hätte, antwortet Hannah: „Ich glaub, das passiert grad beim Erwachsen-werden, dass man merkt, dass man nicht alle Menschen mitnehmen kann, in eine neue Lebensphase. Und es ist immer blöd, wenn man merkt, „der Mensch passt nicht mehr so gut zu mir“. Und da hab ich mich vor kurzem schon auch hängen gelassen gefühlt, mir gedacht `ok, der findet das nicht mehr gut, was ich mach´, und `warum gefall ich ihm jetzt nicht mehr?´, und so weiter; aber im Endeffekt lernt man dafür neue tolle Leute kennen. Und dann tut das gar nicht mehr so weh.“

Drei zu Hause

Nach dem Jahr im Flüchtlingshaus möchte Hannah „dann auch die Welt sehen, herumkommen, das ist jetzt alles möglich“. Und zum Abschluss sagt Hannah: „Ich bin einfach wirklich froh, dass ich diese Menschen kennenlernen darf. Grad jetzt, wo es so viele Vorurteile gibt, über Flüchtlinge: Sobald man diese Menschen trifft, sind die Vorurteile weg!“ Außerdem habe sie „wirklich das Gefühl, ich hab drei zuhause: mein Elternhaus,  meine Wohnung, und das Flüchtlingshaus“.

Hoffnung braucht ein Ja!

Die Diakonie ist Hoffnungsträger für Hannah. Hannah ist Hoffnungsträgerin für uns.
Werde #Hoffnungsträger und #Hoffnungsträgerin!