„Durchs gemeinsam Lernen kann ich selber meine Chancen vergrößern!“

Erstellt von Roberta Rastl-Kircher, am 24. Oktober 2014.
Tags: Flüchtlinge, Bildung, Jugendliche, Kinder
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Lernbetreuung bei INTO Wien, Diakonie Flüchtlingsdienst. © Regina Hügli/ Diakonie FD
Lernbetreuung bei INTO Wien, Diakonie Flüchtlingsdienst. © Regina Hügli/ Diakonie FD

Einblicke in die Lernbetreuung des Diakonie Flüchtlingsdienst

Mastura (14) und Jalda (15) aus Afghanistan, und Sarrah (13) aus dem Kongo verbindet eines: Sie sind seit zwei Jahren in Österreich, sie treffen einander jeden Nachmittag in der Lernbetreuung und Deutsch ist in der Schule bereits ihr Lieblingsfach. Alle drei erzählen begeistert, dass sie gerne schreiben. Sarrahs Freizeitvergnügen ist das Lesen. „Ich gehe jeden Tag nach der Lernbetreuung auf dem Heimweg in die Bibliothek“ erzählt die Jugendliche, die gerne Ärztin werden möchte. Dass sie auf dem Weg dorthin noch viel lernen wird müssen, macht ihr nichts aus. Das Lernen und das Lesen ist ihr das Liebste.

Die drei Mädchen haben sich in der Lernbetreuung der Diakonie kennen gelernt. „In der Lernbetreuung können wir den Jugendlichen helfen, dass sie mit der neuen Sprache besser zurechtkommen und so ihre Bildungslücken schließen können. Für die meisten wird so erst ein positiver Schulabschluss und ein weiterer Bildungsweg möglich“, betont Josefa Martin, Leiterin der Lernbetreuung. Die Lernbetreuungsgruppen werden an allen Wochentagen am Nachmittag im Team-Teaching von jeweils einer hauptamtlichen und einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin begleitet.

Anita Kux arbeitet schon seit Herbst 2011 ehrenamtlich in der Lernbetreuung mit. Sie ist pensionierte Lehrerin aus einer Waldorfschule und hat selber (europäischen) „Migrationshintergrund“. „Die Gruppe hier in der Lernbetreuung ist eine sichere Hülle für alle Kinder“, erzählt Frau Kux. „Viele von ihnen sind in ihrer Schulklasse einsam, oft ausgeschlossen. Hier finden sie Freunde. Viele von ihnen kommen schon deshalb sehr regelmäßig, oft auch ohne dass sie eine Hausübung haben, bei der sie Hilfe brauchen“. Und es ist augenscheinlich, dass sie schon allein durch das beisammen sein viel von der deutschen Sprache gelernt haben.

Wenn sich Mastura, Jalda und Sarrah am späten Nachmittag vom Lernen frei nehmen, dann chatten die drei mit einander. Ihre Chatgruppe aus der Schulklasse ist ihr virtueller Aufenthaltsort. Der Ort, wo sie sich ungezwungen unterhalten können. Auf Deutsch natürlich!