Von Gott und der Welt

Auto ohne Fahrer

Das Auto der Zukunft wird nicht nur mit Strom betrieben, sondern es wird auch selbst fahren. Am Start gibt man das Ziel ein. Während der Wagen fährt, können die Passagiere dann Zeitung lesen und sich entspannt miteinander unterhalten. Technisch wird das in ein paar Jahren funktionieren. Schon heute fahren in Kalifornien die ersten Testwagen fahrerlos im normalen Straßenverkehr.

02.04.2016
kleines Spielzeugauto in einer Gänseblümchenwiese fotografiert
Ein Auto kann keine Entscheidungen treffen (Foto: Pixabay)

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Was passiert etwa, wenn das Roboter-Auto in einen Unfall verwickelt ist und sich entscheiden muss: Gefährde ich das Kind, das über die Straße läuft, oder die vier Insassen, die im Auto sitzen? Darf das Auto in bestimmten Situationen das Leben eines Menschen opfern, um viele zu retten?

Diese Entscheidungen haben Menschen im Straßenverkehr in vielfacher Weise immer wieder zu fällen. Die Entscheidungen werden oft in Bruchteilen von Sekunden getroffen, und sie sind sicher nicht immer absolut richtig, Aber solange ein Mensch am Steuer sitzt, ist klar, wer auch für Fehlentscheidungen verantwortlich zu machen ist.

Verantwortung zu tragen oder auch Schuld auf sich zu laden, ist etwas zutiefst Menschliches.

Roboter können nicht schuldig werden, deshalb können sie auch keine Verantwortung übernehmen. Zur Schuld gehört auch die Sühne und in letzter Konsequenz die Vergebung. Alles das passt nicht für Maschinen. Deshalb wird es noch lange dauern, bis Autos ohne Fahrer uns von A nach B bringen, bei aller technischen Machbarkeit.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.