Mobile Wohnbegleitung der Heilsarmee in Wien

Auf dem Weg zum – wieder - selbständig Wohnen

Die mobile Wohnberatung der Heilsarmee in Wien begleitet Menschen auf dem Weg zum - wieder - selbständigen Wohnen.

06.08.2017
Frau W. in der Küche ihrer neuen Wohnung
Frau W. ist glücklich, wieder selbständig wohnen zu können. (Foto: Heilsarmee)

Frau W. wohnt im Übergangswohnheim und möchte wieder selbständig wohnen

Vor einigen Jahren musste Frau W. eine Zwangsräumung ihrer Gemeindewohnung verkraften. Sie war damals immer wieder ohne Einkommen, weil sie es wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht geschafft hatte, die notwendigen Vorsprachen bei AMS und Sozialamt einzuhalten. - Dadurch konnte sie das Geld für die Miete nicht aufbringen, und verlor ihre Wohnung.

Seit einiger Zeit wohnt Frau W. im betreuten Übergangswohnheim. Dort wird sie von ihrer Sozialarbeiterin unterstützt und schafft es jetzt, alle Termine und Fristen bei den Behörden einzuhalten. So wird sie ihre Schulden bei Wiener Wohnen begleichen können, und daran arbeiten, dass sie nach einiger Zeit wieder eine Gemeindewohnung bekommt.

Damit sie nicht in ihre alten Verhaltensmuster zurückfällt, und so womöglich ihre eigenen vier Wände wieder verliert – wünscht sich Frau W. kontinuierliche Begleitung.

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Im Gespräch mit Ulrike Knecht von MOWO, der mobilen Wohnberatung der Heilsarmee in Wien, über den Weg zum wieder selbständigen Wohnen.

Frau Knecht, wer sind die Menschen, die Sie von MOWO begleiten?

Ulrike Knecht: Wohnungslosigkeit ist eine Manifestation von Armut. 100% unserer KlientInnen in der Wohnungslosenhilfe leben ein Leben in Armut. Sie haben mindestens eines der Problemfelder erlebt: Arbeitslosigkeit, Schulden, Krankheit, Trennung. Und sie haben wenig Rücklagen, sodass sie schon einmal ihre Wohnung verloren haben. - Zur mobilen Wohnbegleitung der Heilsarmee kommen unsere Klienten zumeist aus Übergangsquartieren, und sie fühlen sich – finanziell und psychisch -  erst jetzt wieder in der Lage, in eine eigene Wohnung zu ziehen. - In der Zeit im Übergangsquartier haben sie gelernt, mit wenig Geld auszukommen, so dass sie es sich selber wieder zutrauen, ihre Miete regelmäßige zu bezahlen. - Aber unsere KlientInenn wissen auch aus Erfahrung, dass die Herausforderung groß sein wird, und wünschen sich deshalb über einen gewissen Zeitraum unsere Begleitung und Betreuung.

Diakonie Themen: Wer ist MOWO? Und was macht ihr genau?

Ulrike Knecht: Wir, das sind 3 Sozialarbeiterinnen der Heilsarmee in Wien, begleiten die KlientInnen dabei, wieder eine fixe Wohnung zu beziehen, in das neue soziale Umfeld hineinzufinden, und sich dort stabil zu verankern. - Die wichtigste Wirkung unserer Beratung ist also die Vorsorge, damit den Menschen keine neuerliche Delogierung passiert. Denn diese wäre für unsere KlientInnen fatal. Viele sagen uns: „ein zweites Mal würde ich das nicht überstehen!“

Diakonie Themen: Was sind die wichtigsten Hilfsmittel, mit denen ihr den KlientInnen Untestützung gebt?

Ulrike Knecht: Eines der wichtigsten Dinge sind die „betreuten Konten“. Das ist eine Möglichkeit, über separierte Konten für Zahlungseingänge und -ausgänge, der Person dabei zu helfen, immer genügend Geld für die nächste Miete zur Hand zu haben. - Diese Hilfe ist für unsere Klientinnen sehr erleichternd, denn es gibt ihnen die nötige Sicherheit im Alltag.

Beratungsstelle der mobilen Wohnbetreuung der Heilsarmee

Ehemalige Klienten und Klientinnen der Wiener Wohnungslosenhilfe können die Beratungsstelle der mobilen Wohnbetreuung in Anspruch nehmen.

Kostenlos und ohne Anmeldung können brisante Themen rund ums Wohnen mit einer Sozialarbeiterin besprochen werden.