Von Gott und der Welt

Amanda

Johann Hinrich Wichern war einer der Mitbegründer der Diakonie und der modernen Sozialarbeiterausbildung; und hat den Adventkranz „erfunden“.

02.12.2017
Kerzen auf dem Wagenrad waren der erste Adventkranz

Johann Hinrich Wichern ist in die Geschichte eingegangen. Er war einer der Mitbegründer der modernen Sozialarbeiterausbildung, nahm die Kinderdorfidee vorweg und gilt als Begründer der Diakonie, wie wir sie heute kennen. Vor allem aber hat Johann Hinrich Wichern 1839 den Adventkranz erfunden, der nun in der Adventszeit jedes Haus mit seinem Kerzenlicht erhellt. So steht es zumindest in den Geschichtsbüchern.

Doch Johann Hinrich war nicht allein, mit ihm an seiner Seite lebte und arbeitete seine Frau Christiane Amanda. In Briefen an sie, die er ihr von seinen Reisen sandte, nannte er sie seine „Finanzministerin“. Er schrieb ihr:

Sind das nicht selige Stunden? Du hilfst mit bei meiner Arbeit durch deine Liebe, einen freundlichen Blick, einen Händedruck, denn die Arbeit wird nicht geringe sein.

Amanda, die Finanzministerin, wird wohl mehr zum Gelingen des Kinderrettungswerks in Hamburg, in dem an die hundert Straßenkinder in Familiengruppe betreut wurden, beigetragen haben als einen freundlichen Blick und einen liebenden Händedruck.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sie auch für den Schmuck im Haus und die pädagogische Phantasie zuständig war, und dass der erste Adventkranz mit seinen vier weißen Kerzen für die Sonntage und den roten Kerzen für jeden Wochentag im Advent ihre Idee gewesen ist. Sie wollte die Herzen ihrer Kinder erreichen. Unsere Herzen berührt sie noch heute.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".