Zivildienst in der Diakonie

„Always look on the bright side"

Sebastian ist Zivildiener im Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz. Im Blog erzählt er über seine Arbeit im Sonderkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in einer Kindergruppe.

28.09.2015

“Always look on the bright side“, ein Motto das in meiner Zivi-Zeit mein ständiger Wegbegleiter war.

Das erste Mal betrat ich die Pforten des Diakoniezentrums Spattstraße  als mich Frau Spiegl zu einem Vorstellungsgespräch erwartete. Schon dieses Gespräch empfand ich als sehr locker und witzig. Am 1. Oktober habe ich dann mit meinem Zivildienst hier begonnen. Mit etwas Nervosität und Vorfreude im Bauch startete ich in meinen ersten Tag  in der Kindergruppe 2.

Zivildiener Sebastian beim Wändestreichen
Der Zivildienst in der Spatti hat mich einiges gelehrt. Ich bin allen daran Beteiligten sehr dankbar dafür.

Mein erster Auftrag – Essen holen

Die Kinder waren noch in der Schule und somit konnte ich  der charmanten Einführung der Sozialpädagoginnen und -pädagogen hier auf der Gruppe mit voller Konzentration lauschen. Nach und nach strömten die 6 Kinder durch die Eingangstüre. Mein erster Auftrag als Zivildiener war nun, Essen für die Kids zu holen: Die Treppen runter, eines der 3 Essenswagerl wählen, ab ins Hauptgebäude und die Essensbox aufladen, zurück in die Gruppe und auf ein ruhiges, sanftes und von allen Kindern spannungsvoll erwartetes „Mahlzeit!“, eines Kollegen oder einer Kollegin warten. Dies war die einzige Aufgabe, die sich während meines Zivildienstes täglich wiederholte. Denn eines sei gesagt: Zivildienst  In der Spatti ist keinesfalls monoton und langweilig. Jeder Tag ist und war eine Überraschung für mich.

Auf die Probe gestellt und bestanden

Meine Aufgabengebiete sind äußerst breit gefächert, vom Tellerwäscher bis hin zum Bastelkönig, Baseballprofi, Bademeister, Maler oder Chauffeur war alles dabei. Mittags konnte ich den Kids bei gewöhnlichen Tätigkeiten im Tagesablauf wie Hausübung machen, Zimmer putzen, etc. helfen. Am Nachmittag wurden meine Qualitäten anderweitig auf die  Probe gestellt. Dann konnte ich etliche Bälle schon zwischen den zwei Pfosten unseres Funcourts abwehren, der Nachmittag war immer gut besucht. Des Öfteren fungierte ich auch als Reiseführer auf unseren  Ausflügen, die stets abwechslungsreich und witzig waren. Vom Winterrodeln auf der Eidenberger Alm  über Spaß und Spiele Ausflüge in den Lollypark bis hin zur Modellbaumesse in Wels boten die kreativen Köpfe im Team der Kindergruppe alles an.

Auch als „Shopping Queen“ konnte man mich währen meiner Dienstzeit des Öfteren durch die Hallen jeglicher Kaufhäuser schlendern sehen, um mit den Kids etwas Passendes für ihre Spielsachensammlung zu finden. Mein Tag endete stets mit einem höflichen „Pfiat eich, schlofts guad“ an die Kids und einem „Pfiat eich, schenen Obend nu“ an meine Kollegen/innen.

Die schönsten Erlebnisse

Die schönsten Erlebnisse für mich waren und sind noch immer, wenn ein Kind am Ende eines Tages mit einem Lächeln im Gesicht einschläft oder ich ihnen mit nur kleinen Dingen eines ins Gesicht zaubern kann. Wenn ich merke, dass ich mit meiner Arbeit einem Kind etwas Gutes tun kann oder ihm ein besonderes Gefühl schenken kann, wenn ich am Ende des Tages ein lächelndes Gesicht sehe dann weiß ich, wofür es sich lohnt, auch die etwas schwierigen Situationen oder Tage zu meistern.

Eine prägende und lehrreiche Zeit

Der Zivildienst in der Spatti hat mich in vielerlei Hinsicht geprägt und in meiner Entscheidung bestärkt, meinen Berufsweg in den Sozialbereich zu lenken. Auch vom engagierten Team rund um die Kindergruppe 2  konnte ich viel lernen und mitnehmen. Sie haben mir tagtäglich gezeigt, wie sie mit  jeglichen Krisensituationen umgehen. Sie hatten stets ein offenes Ohr für mich. Ich habe selten so ein humorvolles, offenes und zusammengeschweißtes Team erlebt. Die witzigen und lockeren Gespräche mit meinen Kollegen/innen halfen mir immer wieder die etwas anspruchsvolleren Situationen zu verarbeiten.

Der Zivildienst in der Spatti hat mich einiges gelehrt. Ich bin allen daran Beteiligten sehr dankbar dafür.

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Tipp: Erfahre mehr über die Erfahrungen unserer Zivildiener in unserer Blog-Serie „Hoffnungsträger in Zivil“