Von Gott und der Welt

1 + 1 = 2,6

Die Evangelische Kirche ist bekannt dafür, dass Frauen und Männer in ihr gleichberechtigt sind. Es gibt Pfarrerinnen und Bischöfinnen. Das geistliche Amt ist nicht nur den Männern vorbehalten. Weniger bekannt ist, dass die Evangelischen Kirchen nicht allein von Geistlichen geleitet werden.

27.02.2016
Porträt Inge Troch

Auf jeder Ebene sind in der Kirchenleitung Pfarrerinnen und Pfarrer und sogenannte Laien vertreten. Menschen die ganz andere Berufe ausüben, sich aber für Ihre Kirche verantwortlich fühlen und engagieren und in diese Leitungsämter gewählt werden. Die Evangelische Kirche in Wien steht neben dem Superintendenten eine bemerkenswerte Frau mit dem schwierigen Titel Superintendentialkuratorin vor.

Inge Troch feierte dieser Tage ihre 75 Geburtstag. Inge Troch war immer Avantgarde. In den frühen 70 er Jahren wurde sie eine der ersten Professorinnen an der Technischen Universität und als Mathematikerin eine Pionierin der Computertechnik. Als Grundformel ihres Lebens bezeichnet Inge Troch, die Formel, die sie vom Astronauten Franz Viehböck gelernt habe.

1+1=2,6. Das sei die Formel der Teamarbeit.

Wenn zwei zusammenarbeiten ergebe das immer mehr als die Summe der Teile. Das ist auch eine schöne Formel für das Leben. Einer allein, kann nichts ausrichten, da braucht es mindestens zwei. Die Formel ist fast schon trinitarisch, aber eben, weil wir Menschen sind, ist ein uns eins nicht drei. So perfekt ist nicht einmal eine Frau wie Inge Troch.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.